Dienstag, 28. April 2015

Lachen ist gesund!

Titel: Lachen ist gesund!
Länge: 1706 Wörter
Genre: Humor
Fandom: Fairy Tail
Pairing: ArcadiosxHisui E. Fiore 


Diese Idee ist zum Teil die Schuld meines geschätzten Freundes Inu, der mich an einem Abend, an dem die Arcadios-Feels so ziemlich das Feels-O-Meter gesprengt haben, aushalten musste - und dann hat noch mein Handy aufgrund von Auto-Correct ein paar seltsame Dinge getan und schlussendlich kam diese Idee hier.
Ich glaube, wenn man sich mit Arcadios ein wenig beschäftigt, kann man ohne Zweifel zu dem Schluss kommen, dass dieser Kerl richtig anstrengend sein kann, wenn er will - und da das einmal passiert und Hisui ihn ordentlich zurechtstutzen möchte, versucht sie es mit der besten Beleidigung des Jahrhunderts...nämlich seinem Namen. Weil ihr nichts besseres einfällt und es einfach keine bessere Beschreibung für diese Art gibt, außer "Du Arcadios".
Im ersten Teil dieses Oneshots kann man Hisui übrigens kein Stück mit mir an diesem Feels-Abend vergleichen. Nein, niemals. Das ist keinesfalls eine sehr akkurate Darstellung meiner Gefühlswelt bezüglich dieses elenden Sarkasmus-Ritters. Nein nein. Nein. Nein. Nein. Nehein.


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Hisui kochte vor Wut – so sehr, dass sie sich sogar dazu herabließ, dies zu sagen.
Offene Bekundungen des Zorns, wütende Gesten, ja selbst mit erzürnt erhobenen Stimmen konnte sie leben – aber dieser vermaledeite Ritter setzte allem einfach die Krone auf, eine Angewohnheit für welche sie ihn zwar liebte, aber in solchen Momenten auch einfach nur abgrundtief hasste.
Nicht, dass er den Grund ihres Zorns nicht verstand, im Gegenteil, er verstand sie immer bestens – doch darum ging es nicht.
Das, was den kleinen Funken Zorn in ihr überhaupt erst entfacht hatte, war vollkommen null und nichtig geworden, ja, sie konnte sich nicht einmal mehr daran erinnern, warum sie schon den ganzen Tag so wütend auf ihn war, allein schon diesen kleinen Stich der Gereiztheit verspürt hatte, sobald sie ihn auch nur sah, diesen gutaussehenden, unerträglichen Ritter, und ihn herunterputzte, seit er ihr Gemach vor wenigen Minuten betreten hatte...all dies war vollkommen irrelevant geworden, in Anbetracht seiner Methode, damit umzugehen. 

Wie ein Fels in der Brandung stand er da, ließ ihre Worte über sich ergehen, ohne auch nur einmal mit der Wimper zu zucken, oder auch nur eine Miene zu verziehen, antwortete schließlich so ruhig und so gefasst, so entspannt und gelassen, so fürchterlich erwachsen, dass sie ihn dafür entweder küssen, oder schlagen wollte – sie hatte sich noch nie entscheiden können, was sie wirklich hatte durchführen sollen, und auch so wusste sie, dass er beides kommentarlos über sich ergehen lassen würde. Er stand einfach nur da, mit einem milden, unbeweglichen Lächeln auf den Lippen, so als fände er ihre Worte, ihren Zorn amüsant – amüsant! Ihre Zofen hatten allein bei ihrem schieren Anblick die Flucht ergriffen, und dieser, sie in den Wahnsinn treibende, charmante Freund von einem Ritter, stand dort und fand es amüsant – allein schon die Art, wie er dastand, machte sie beinahe rasend vor Zorn.
Ihre Kehle fühlte sich beinahe wund an, vor soviel aufgestauter Wut, während sie den unerklärlichen Drang zu Lachen verspürte und sich am Liebsten selbst dafür geschlagen hätte, dass ihr Körper diese Situation offenbar nicht so ernst nahm, wie ihr Geist es tat.
Sie ballte ihre Hände so fest neben ihrem Körper zu Fäusten, dass sie begannen, zu zittern. Sie hatte ihre Schimpftirade für einen kurzen Moment unterbrochen, stand nun kurz vor ihm, das Gesicht vor Wut verzerrt, krampfhaft nach Atem ringend und bereitete sich mental schon wieder darauf vor, gleich fortzufahren...sobald sie sich wieder in der Lage sah, wie ein normales menschliches Wesen zu atmen, verstand sich.

Sein Lächeln wurde ein kleines Stück breiter, und Hisui spürte ihr Augenlid vor Verärgerung zucken – dieser Mann war einfach nur unmöglich! Und jetzt kam er auch noch auf sie zu und -
„Hisui“, sagte er leise, mit einem Lachen in der Stimme und Hisui spürte ihren Ärger schon verfliegen – aber klammerte sich an ihm fest wie ein Ertrinkender an einem Strohhalm.
Nein, diesmal würde sie diesem Charme, und dieser elenden Stimme, die ihren Magen jedes Mal einen Salto schlagen ließ, nicht erliegen, oh wie sie ihn dafür hasste! Wie sehr sie Arcadios dafür hasste, dass er wusste, wie sehr sie ihn liebte und dies auch noch schamlos ausnutzte! Und sie hasste sich selbst dafür, dass es jedes Mal so schrecklich wirkungsvoll war!
Demonstrativ trat sie einen Schritt zurück, und wies ihn mit einer harschen Geste von sich, mit welcher sie sich beinahe die Finger an einem ihrer Bettpfosten anschlug – sie spürte das Holz an ihren Fingern vorbeizischen und zog sie reflexartig wieder blitzschnell an ihre Brust. Arcadios blieb dort stehen, wo er war, doch es nützte nichts – Hisui spürte, wie ein Lächeln an ihrem Mundwinkel zupfte und ihr Ärger, so dumm er auch gewesen war, und das war er wirklich, langsam verfl- oh nein! Oh nein, diesmal nicht!

„Oh nein, nicht schon wieder auf diese Art, du...du...!“, fauchte sie so wütend sie konnte, schaffte es erfolgreich, das Lächeln aus ihrer Stimme zu verbannen, und suchte nach einer passenden Beleidigung, die sie diesem...diesem...diesem Mann an den Kopf werfen konnte, doch ihr Kopf weigerte sich partout, ihr ein passendes Wort zu präsentieren. Doch statt den Satz einfach im Nichts enden zu lassen, schien ihr Mund das völlig anders zu sehen, ein Eigenleben zu entwickeln, und--
„...Du Arcadios!“
Hisui hatte die Worte mehr, so sehr es sie beschämte, dies zuzugeben, gekreischt, als wirklich gesagt und die darauffolgende Stille war ihr so peinlich wie noch nichts in ihrem Leben zuvor.
Sie hatte ihm soeben eine mehrminütige Schimpftirade gehalten, war so wütend auf ihn gewesen, wie noch nie zuvor und sie endete es mit einer Beleidigung, so furios, dass sie ihresgleichen suchte – seinem Namen.
Der Drang, ihr selbst die Hand, mit der sie gerade anklagend auf ihn zeigte, gegen ihre eigene Stirn zu schlagen, wurde ein paar quälende Momente lang übermächtig – zumindest, bis sie mit klarem Verstand wahrnahm, wie er sie gerade ansah.
Seine Miene hatte sich verändert, und wie sie das getan hatte – beide Augenbrauen waren beinahe eins mit seinem Haaransatz geworden, die Augen verwundert aufgerissen, der Hauch eines Lächelns auf den Lippen...

Hisui hörte seine Gedanken förmlich - „Alles was Recht ist, so bin ich noch nie beleidigt worden.“ - und wollte einfach nur mit sofortiger Wirkung im Boden versinken und erst wieder auftauchen, nachdem diese Sache der Vergessenheit anheim gefallen war.
Die Stille schien ihr förmlich die Ohren zuzupressen und auch als ihr Arm begann zu schmerzen, weigerte sie sich, ihn zu senken, in der völlig sinnfreien, irrationalen Hoffnung, die Situation möge ungeschehen werden, indem sie sich nicht bewegte.
Nun, zumindest sie bewegte sich nicht. Hisui erwischte das Grinsen auf seinen Lippen noch, bevor er eine Hand vor den Mund schlug, um sein Kichern zu verbergen. Was – fand er ihre Wut etwa lustig? Amüsant konnte sie ihm ja noch durchgehen lassen, aber lustig?
Es gelang ihm sage und schreibe ganze zweieinhalb Sekunden, sich zu beherrschen – bis er plötzlich in schallendes Gelächter ausbrach.
Was auch immer Hisui erwartet hatte – eine Moralpredigt, eine verwunderte Frage mit diesem fürchterlich gutaussehenden halben Lächeln...aber dass er anfing zu lachen, hatte selbst im Traum nicht dazugehört.
Ihr Unterkiefer entzog sich ihrer Kontrolle, als er krampfhaft versuchte, seine Selbstbeherrschung wieder an sich zu reißen, scheiterte, und so heftig lachte, dass er sich sogar auf einem kleinen Tisch neben sich abstützen musste, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
Für einen kurzen Moment war ihr Zorn wie weggeblasen, als sie dies sah – nicht etwa, weil ihr sein Lachen so fürchterlich gut gefiel, sondern wegen des kleinen Tisches, auf welchem er sich abstützte. Eines der Tischbeine hatte sich wenige Tage zuvor gelockert und sorgte nun dafür, dass der Tisch bei größerer Belastung--

Hisui war mit einem Satz bei ihm, wollte ihn ein Stück zurückstoßen, doch es war zu spät – das Tischbein knickte unter der polierten Holzplatte nach innen, der Tisch gab unter seiner Hand nach, und fiel unter lautem Gepolter gen Boden, sie beide mit sich reißend.
Hisui konnte spüren, wie Arcadios sie blitzschnell in den Arm nahm, um den Aufprall für sie abzufedern – dennoch schlugen ihre Kiefer schmerzhaft aufeinander, als er mit einem dumpfen „Uff“ mit dem Rücken auf dem Boden landete.
Reflexartig hatte sie die Augen geschlossen, hatte sich gegen diese unglaublich vertraute Nähe nicht gewehrt, und wartete atemlos noch ein paar Sekunden in Dunkelheit, bevor sie sie langsam wieder öffnete, und auf Arcadios hinabsah, der ihr einen besorgten Blick zuwarf, das Amusement von eben so schnell verschwunden, wie es gekommen war. 

Hisui hatte schon den Mund geöffnet, um etwas zu sagen – sein Anblick jedoch verwandelte jedes weitere Wort, welches ihren Mund hatte verlassen wollen, in ein mädchenhaftes Kichern. Die Wangen von zuviel Lachen gerötet, Lachtränen in den Augenwinkeln und zwar so viele, dass sie ihm über die Wangen zu rollen drohten – Hisui tat es ihm gleich, für einen Moment lang versuchte sie, ihr Kichern hinter vorgehaltener Hand zu verstecken, bis sie in schallendes Gelächter ausbrach, in welches er innerhalb von Sekunden wieder einstimmte.
Sie hatte das Gefühl, nie wirklich wütend auf ihn gewesen zu sein – die Angewohnheit, dieses Gefühl bei ihr zu erreichen, hasste sie so sehr an ihm, wie sie sie liebte.
Mit einer Hand schlug sie ihn so fest auf die Brust, wie es ihr in dieser Position möglich war.
„Du bist einfach schrecklich!“, brachte sie zwischen Lachern und krampfhaften Atemversuchen heraus, was er nur mit einem schuldbewussten Grinsen beantwortete.

Die Luft innerhalb ihres Gemachs schien vor lauter Gelächter zu vibrieren und sie lachte so lang, bis Hisui meinte, ihre Lunge müsse in Flammen stehen – und bis sie abrupt von einer hereinstürmenden Armee von Zofen unterbrochen wurden, die mit besorgten Gesichtern ihr Gemach stürmten. Beim Anblick, der sich ihnen jedoch bot – und Hisui wurde knallrot, wenn sie nur daran dachte, wie dies hier aussehen musste – ihre Prinzessin, am Boden, auf ihrem Ritter, daneben ein halb-zerstörter Tisch...
Die erste Zofe nickte nur langsam, während sich ein wissendes Lächeln auf ihren Lippen ausbreitete. Hisui wollte schon abwehrend die Hände heben und setzte schon zu einer Erklärung an, als sie schon herumgefahren war und den Rest mit energischen Handbewegungen wieder nach draußen gescheucht hatte. 
Als die Tür innerhalb von Sekunden mit einem leisen „Klack!“ wieder ins Schloss fiel, hatte sich wieder Stille im Raum ausgebreitet, und Hisui starrte einfach nur noch ihren Zofen nach, hörte förmlich, wie das Bild, welches sie von ihr und Arcadios hatten, in tausend Scherben zerbrach.

Vergib mir“, murmelte Arcadios leise unter ihr, und als Hisui ihn anschaute, sah er wirklich ehrlich schuldbewusst aus, „So war das nicht geplant.“
Ein Lächeln schlich sich auf Hisuis Lippen – das bezog er offensichtlich nicht nur auf ihr ungeplantes Rendezvous mit ihrem Teppich, so wie sie ihn kannte.
Sie beugte sich nach vorn und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Nasenspitze.
Hilf mir beim Aufräumen und ich werde darüber nachdenken“, säuselte sie zurück und erntete nun ihrerseits ein kleines Lächeln dafür. Arcadios drückte sie noch für den Bruchteil einer Sekunde an sich, bevor er sie wieder freigab und sie sich beide wieder aufrichteten, um das angerichtete Chaos zu beseitigen.
Ihr Zorn war vollständig verflogen – doch das war nichts Ungewöhnliches mehr. So schrecklich erzürnend seine Eigenheiten stellenweise auch sein konnten, umso mehr liebte sie ihn dafür.


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