Dienstag, 30. September 2014

10. Nacht der Sehnsucht

10. Nacht der Sehnsucht
Länge: 328 Wörter
Genre: Drabble, Angst
Fandom: Fairy Tail
Charakter(e): Precht/Hades

Ein Beitrag zum Projekt "30 Nächte" von Fanfiktion.de, das ich vor einer halben Ewigkeit mal in Angriff genommen habe.
Genauere Infos finden sich hier!


Ein alternativer Titel wäre "Herzschlag". Warum, wird man wohl während des Lesens feststellen können. ;)


Interessiert? Dann klick' das Schaf!





Leben.
Es pulsierte – mit solcher Stärke, dass er den langsamen, gleichmäßigen Rhythmus fast schon in seinem eigenen Körper spüren konnte, obgleich das sonst so vertraute Schlagen in seiner Brust schon seit langer Zeit erloschen war. Er streckte die Hand aus und Wärme sickerte wie Blut durch seine Handschuhe, tränkte die Haut darunter – sein Herzschlag hätte sich beschleunigt, besäße er ihn noch.
Seinen Arm hinauf, nichts als ein heißes Kribbeln hinterlassend ...
Er trat einen Schritt näher, das Geräusch seiner Füße unter dem Pulsieren vollkommen lautlos. Er konnte nur Zentimeter von der Quelle der Wärme entfernt sein, denn er spürte sie beinahe schon auf seinen Wangen, spürte, fühlte...
Über seine Schultern, wandernde Wärme, fließend, lebendig...Das Blut in seinen Adern schien sich dem Takt unter seinen Fingern anzupassen, wollte mehr von dieser Wärme, mehr, immer mehr...
Durch seinen Brustkorb, zur Quelle seines Lebens, sein H-Kälte.
Er zuckte zurück, die Wärme unter seinen Fingern plötzlich so heiß wie das Feuer eines Vulkans, während der Rest seines Körpers wieder der so verhassten Kälte anheim fiel. Er hatte die Augen geschlossen – er wusste, was er sehen würde, und er wollte es nicht sehen. Hässlich, verkrüppelt. Unmenschlich und monströs – und doch voller Leben, pulsierender Wärme, seinem Leben, seiner Wärme.
Die Kälte kehrte in seine Fingerspitzen zurück und er legte sie, das Zittern geflissentlich ignorierend, auf seine Brust – Nichts. Kein Herzschlag. Keine Wärme. Kein Pulsieren. Nur eisige Stille. Er atmete zitternd aus.
Für einen Moment stand er da, Kälte in seinem Körper, Wärme nur eine Armlänge entfernt, er könnte sie erreichen – doch sie stieß ihn ab. Das Loch, welches er einst Herz nannte, stieß sie ab, bildete einen Schutzwall eisiger Kälte um ihn.
Dann drehte er sich um, Umhang und Haar bei jedem Schritt wehend, und ging ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen davon.
Keine Wärme mehr in auch nur einem winzigen Teil seines Körpers.
Kein Herzschlag unter der Hand auf seiner Brust.
Und Hades vermisste ihn.

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