Freitag, 1. August 2014

Wasser, Feuer, Zorn und Tränen

Titel: Wasser, Feuer, Zorn und Tränen
Länge: 1.999 Wörter
Genre: One-Shot, Hurt, Fluff (miiinimal)
Fandom: Fairy Tail
Pairing: Arcadios x Hisui E. Fiore

Ein weiterer Oneshot, der in einem Battle mit meinem guten Freund Inu entstand, und, ja, man glaubt es kaum, schon wieder ArcadiosxHisui! Wer hätte das nur gedacht!

Diesmal lautete das Thema
"Was das OTP nach einer bestimmten Szene im Manga/Anime getan hat".
Und mein Auftrag lautete, zu beschreiben, wie sich Arcadios und Hisui nach der gesamten Eclipse-Sache umeinander kümmern.
Inus (verdammt lustiger) GaLe-Beitrag findet sich hier und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass sich ein Blick mehr als nur lohnt! Na los! Anklicken! Lesen! Und kommentieren! :D


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Eiskaltes Wasser war bei Weitem angenehmer, als er je gedacht hatte, insbesondere in einem Zustand wie dem Seinen – momentan sollte er an seinem Körper, statt nach Wunden, wohl eher nach Stellen suchen, die verschont geblieben waren...Auch wenn, wie er selbst genau wusste, keine solche existierte.

Er hatte sich vornübergelehnt, die Unterarme auf die Knie gestützt, die Augen geschlossen, die Kälte auf seinen nackten Schultern genießend.
Wenn er sich voll und ganz auf die Kälte konzentrierte, dann verschwand das stetige Stechen und Brennen an den restlichen tausend Stellen seines Körpers. Es würde wiederkehren, das wusste er, aber irgendwann wäre es vorbei. Absolut kein Grund zur Besorgnis, nur eine weitere Verletzung, wenn auch in größerem Maßstab, als er sie sonst etwa vom Training gewohnt war.
Nur eine Verletzung. Kein Grund zur Besorgnis. Sogar zu nichtig, um eigentlich einen Gedanken daran zu verschwenden. Es würde heilen, und damit war die Sache für ihn abgeschlossen und bedurfte keines weiteren Gedanken.
Er unterdrückte ein erschöpftes Seufzen. Leider sah die junge Dame, die mit ihm im Raum war, dies ein wenig anders.

Seit dem Angriff der Drachen waren kaum fünf Stunden vergangen und offenkundig war die Prinzessin gleich danach an einen der Magier von Fairy Tail herangetreten, der genau wie er mehrere Stunden zuvor in den Abgrundspalast verbannt worden war. Höchstwahrscheinlich die Stellarmagierin Lucy Heartfilia, anders hatte sie kaum von seinem Zustand erfahren haben können. Er atmete aus – lautlos, länger als nötig und mit absolut blankliegenden Nerven.
Arcadios hätte die Augen geschlossen, hätte er dies nicht schon vor wenigen Minuten getan. Nicht, um nachdenken zu können, oder um alles andere auszublenden als das eiskalte Stück Stoff auf seinen Schultern – einzig und allein, um nicht einmal die Möglichkeit zu schaffen sie ansehen zu müssen.
Sie hatte ihn in ihr Quartier rufen lassen und, der bleiernen Müdigkeit in seinen Gliedern zum Trotz, war er der Aufforderung ohne Zögern nachgekommen. Er hatte nach dem Grund gefragt, doch keine Antwort erhalten. Selbst nun, nach wenigen Minuten noch immer nicht.
Sein Empfang verlief wortlos – doch der Blick, mit dem sie ihm begegnet war, hatte ihn mehr erschreckt, als es alle Drachen dieses Universums gekonnt hätten...Hisui hatte ihn angestarrt, durch ihn hindurchgesehen, als wäre er ein Geist.
Der Ritter konnte sich nicht entsinnen, Sekunden jemals als so quälend langsam empfunden zu haben.
Der Vorfall im Abgrundspalast hatte sein Zeitgefühl ins Schwanken gebracht, doch ihr Blick hatte es wie ein Stück Glas mit einem Hammer zerschmettert.
Nach Sekunden, die sich wie Stunden angefühlt hatten, hatte sie schließlich gesprochen – die Stimme leise, belegt, aber mit einem kühlen Nachdruck, der ihm fast fremd vorkam, so wenig passte er zu der Prinzessin, die er über die Jahre kennen und schätzen gelernt hatte.
Sie hatte – trotz seiner Proteste, und protestiert hatte er – von ihm verlangt, sich zu setzen, sein Hemd abzulegen – der Protest hier war kaum zu überhören gewesen – und ihr seine Verletzungen zu zeigen.
Es war kein Befehl – noch nicht, wie sie selbst sagte.
Arcadios war ihrer Aufforderung nachgekommen, während blanker Zorn sein Blut förmlich in Brand steckte, mehr noch, als es Uosukes Lava gekonnt hatte.
Lucy. Yukino.
Eine der beiden musste es gewesen sein, eine der beiden musste ihr erzählt haben, was dort unten vorgefallen war und angesichts ihres Blickes wohl vermutlich auch ungemein detailreich.
Bei aller Zuneigung zur Diplomatie, die zwei Damen sollten zu jeder existenten Gottheit beten, seine Wege in den nächsten Wochen nicht zu kreuzen.
Kaum hatte er sich gesetzt, hatte er Kälte auf seinen verbrannten Schultern gespürt – eine wahre Wohltat bei Verletzungen wie den Seinen.
Und hier waren sie nun, umhüllt von nichts als angespannter Stille, während sein Herz vor Sorge beinahe seinen Brustkorb zu sprengen drohte.
Ein Teil von ihm wünschte sich beinahe, Hisuis Aufforderung nicht nachgekommen zu sein – andererseits, angesichts ihres Zustandes, wünschte er sich, er wäre noch früher gekommen.
Sie hätte-
„Wolltet Ihr mir dies hier vorenthalten?“
Ihre Stimme ließ ihn beinahe zusammenzucken, so heftig hatte sie ihn aus seinen Gedanken gerissen. Wieder leise, belegt und bemüht monoton, ungewohnt kühl.
Er blieb ihr die Antwort schuldig, nicht, weil er die Frage nicht beantworten konnte, sondern -
Ein etwas zu starkes Aufdrücken des Lappens auf eine besonders verbrannte Stelle ließ ihn scharf einatmen – und sein Herz noch stärker rasen.
Ein solches Verhalten sah ihr ganz und gar nicht ähnlich.
„In der Tat“, antwortete er schließlich leise. Schmerz pochte durch seine gesamte Schulter, im Rhythmus seines rasenden Herzens .
Selbst ein Blinder hätte gemerkt, dass Hisui offenkundig mehr als nur wütend auf ihn war – wenn auch zu Unrecht, wie er fand. Sie hatte bei allen Göttern andere Belange als ihn, einen einfachen Ritter, um die sie sich hätte sorgen sollen....und dennoch konnte er das Stechen von Schuldgefühlen nicht wegsperren.
„Ihr seid wirklich rücksichtslos.“
Er ballte die Hände so heftig zu Fäusten, dass seine Knöchel weiß hervortraten – nicht aufgrund ihrer Worte, denn diese waren ohne Zweifel wahr; sondern weil er hoffte, sich die Heiserkeit, das unmerkliche Brechen ihrer Stimme nur eingebildet zu haben.
Arcadios war rücksichtslos, das war ihm selbst bewusst – und im Bezug auf diverse Angelegenheiten war das auch unbestreitbar notwendig, selbst wenn das hieß, sein eigenes Leben hintenanzustellen.
„Mein Leben schützt Ihr, ganz gleich was es kostet, aber Eures ist Euch gleich?!
Er bezweifelte, Hisui jemals so wütend erlebt zu haben, doch da war noch so viel mehr außer Wut...Schmerz, ehrliche Verwirrung, Frustration, Sorge...das Stechen der Schuld wurde zu einem Schwert direkt in die Eingeweide. Arcadios' Stimme verriet nichts davon, als er antwortete.
„Wenn es um Eures geht, dann ist es das in der Tat.“
Warum in aller Welt?!“
„Weil der Wert Eures Lebens den des Meinen übersteigt.“
Obgleich kühl gesprochen, so hätte er sich doch selbst für diese Worte am Liebsten geschlagen. Sie waren die Wahrheit, ohne Zweifel, dennoch würde es nur zu ihrem Schmerz beitragen – und das konnte er, so sehr es ihm auch missfiel, in dieser Situation nicht verhindern.
Nun war es wohl an der Prinzessin, zu schweigen...Arcadios öffnete die Augen, starrte auf seine immer noch geballten Fäuste hinab, wandte jedoch nicht den Kopf.
„Habt Ihr dieses Land um ein Haar vernichtet?“, kam ihre Antwort schließlich nach wenigen Momenten, die sich wiederum anfühlten wie Stunden.
„Nein“, antwortete er ruhig, „Das hat keiner von uns.“
„Und ob!“, schoss sie sofort zurück. Er konnte hören, wie ihre Stimme brach und spürte, wie erneut Zorn in ihm aufwallte. Zorn, auf den Rogue aus der Zukunft, der ihnen dies alles eingebrockt hatte, sich selbst, weil er es nicht gesehen hatte – eine Kanone aus einem Tor? Lächerlich... - und auch auf Hisui selbst. Sie traf keine Schuld, wie konnte sie also-
„Das Tor wurde auf meinen Befehl hin geöffnet, auf meine Anweisung hin! Die Drachen kamen hindurch, weil ich ihnen den Weg geebnet habe!“
„Die Ankunft der Drachen lag nicht an Euch-“
Sie schien ihn gar nicht zu hören.
„All diese Verwüstung, Tode und Verletzungen, Eure Verletzungen, sind alles meine Schuld, versteht Ihr das nicht?! Wäre ich nicht gewesen, dann wäre das alles niemals passiert!“
Die Verzweiflung in ihrer Stimme schien ins Unendliche zu wachsen – es war genug, damit sich sein Herz so anfühlte, als würde es durchbohrt, von unzähligen Klingen in Fetzen gerissen. Wie konnte sie...wie konnte sie sich für all diese Dinge die Schuld geben, die sie nicht zu verantworten hatte?!
„Prinzessin-“
Er zischte das Wort mehr, presste es durch wütend angespannte Kiefer hindurch nach draußen, doch sie unterbrach ihn aufgebracht.
„Hört mir doch zu, ich-“

Genug.

Innerhalb eines Wimpernschlags war er förmlich aufgesprungen, herumgefahren und hatte sie an den Schultern gepackt – womöglich härter als nötig, denn sie zuckte unter dem plötzlichen Griff zusammen, doch es war ihm gleich.
„Nein“, fauchte er ihr wütend entgegen, „Ihr hört mir zu.“
Hisui waren anscheinend jedwede Worte im Halse stecken geblieben und sie starrte ihn nur erneut mit diesem leeren Blick an, der ihm durch Mark und Bein ging.
„Hört mir zu“, wiederholte er, diesmal ein wenig sanfter, „Euch trifft keine Schuld.“
Hisui setzte schon dazu an, etwas zu erwidern, doch er sprach weiter, bevor sie auch nur die Chance hatte, den Mund zu öffnen.
„Dass sich das Tor geöffnet hat, lag an keinem von uns, am allerwenigsten an Euch! Der Mond in dieser Nacht hat die Magie innerhalb des Tores korrumpiert, weswegen es sich geöffnet hat; nicht aufgrund Eurer Anweisung!“
Er sprach heftiger als nötig, und es war ihm bewusst - und es war ihm gleich. Sie musste hören, was er zu sagen hatte, und er würde dafür sorgen, dass sie es hörte.
„Rogue hat Euren Zustand ausgenutzt, nicht mehr und nicht weniger! Ich bezweifle, dass jemand in Eurer Situation anders gehandelt hätte, als ihm zu glauben und Eure Intention war die Sicherheit dieses Landes, wie könnt Ihr dafür mit Euch selbst so hart ins Gericht gehen?!“
Er konnte sehen wie ihre Unterlippe zitterte, konnte spüren wie sie unter seinen Händen zitterte und es jagte ihm eine weitere Salve Messer in die Eingeweide, doch er fuhr fort.
„Niemand wird Euch für das, was Ihr getan habt, verurteilen! Und die Drachen sind fort, Milady, der Schaden ist reparabel, und das Land ist sicher! Und-“
Ein kurzes Lächeln huschte über seine angespannten Züge, und war so schnell verschwunden, wie es erschienen war.
„-meine Verletzungen entstanden, weil ich zu unvorsichtig war. Also glaubt mir, wenn ich Euch sage, dass Euch keine Schuld trifft.“
Arcadios drückte ihre Schultern kurz, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, bevor sich wieder die Stille um sie herum senkte, wie Staub, der langsam zu Boden rieselte.
Hisui holte zitternd Luft – er konnte sehen, wie sich in ihren Augen Tränen bildeten. Plötzlich schien sie ihn direkt anzusehen, nicht durch ihn hindurch, wie vorher – ihr Blick war klar, verzweifelt, von Schmerz und Reue erfüllt und müde, so unglaublich müde...
„Wie könnt Ihr...?“, fragte sie, die Stimme kaum lauter als ein Flüstern. Er hatte schon dazu angesetzt, nachzufragen, doch sie beantwortete sie ihm so, als hätte sie geahnt, was in ihm vorging.
„Wie könnt Ihr mich so vehement verteidigen, nach allem...?“, sie ließ den Satz im Nichts enden, und Arcadios war ungemein dankbar dafür. Er war die Schuld-Umherschieberei so verdammt leid, dass er es nicht einmal in Worte fassen konnte.
Er ließ die Anspannung mit einem leisen Ausatmen so gut es ging fahren, bevor er ihr ein schmales Lächeln zuwarf.
„Das ist meine Aufgabe, in jedweder Hinsicht, Prinzessin“, antwortete er, „Und das schließt ebenfalls mit ein, Euch davon abzuhalten, Euch für Dinge die Schuld zu geben, die Ihr nicht zu verantworten habt.“
Hisuis Augen weiteten sich für den Bruchteil einer Sekunde, bevor sie den Kopf abwandte und zu Boden starrte. Sie hatte sich auf die Lippe gebissen, vermutlich um die Tränen zurückzukämpfen, doch er war noch nicht fertig.
„Im Übrigen...“, setzte er an, und die Prinzessin sah erneut auf – er stockte kurz und betrachtete sie für einen Moment. Sie war bleich, bleicher als gewöhnlich, er spürte ihr Zittern und konnte mehr in ihren Augen sehen, als ihm lieb war. Schmerz, Trauer, Zorn, Verständnis, Reue und wieder diese bleierne Müdigkeit, die auch ihn zu lähmen drohte – sie war es alles so leid. Und er ebenso.
„Der Grund warum ich Euch solche Dinge...“, er sah kurz auf seine verbrannten Arme hinab, bevor er wieder ihren Blick suchte, „...vorenthalte ist genau dieser Blick.“
Er machte eine kurze Geste zu ihrem Gesicht – sie erwiderte seinen Blick für einen weiteren Moment, bevor ein Schluchzen über ihre Lippen drang. Tränen rannen ihr über die Wangen und er zog sie ohne groß nachzudenken an sich, hielt sie ohne ein Wort fest, während Tränen, Schluchzen und abgehacktes Atmen ihren schmalen Körper schüttelten.
Es war ihm gleich, dass jede einzelne Träne auf seiner Haut brannte wie Feuer, es war ihm gleich, dass ihr Griff so fest war, dass es schmerzhaft war, es war ihm gleich, dass jeder einzelne Muskel in seinem Körper nach Ruhe zu schreien schien...
Arcadios hatte die Aufgabe, jemanden zu schützen, und bei seiner Ehre als Ritter, das würde er.





























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Ein kleiner Edit am Rande:Lucy. Yukino. 

Eine der beiden musste es gewesen sein, eine der beiden musste ihr erzählt haben, was dort unten vorgefallen war und angesichts ihres Blickes wohl vermutlich auch ungemein detailreich. 
Bei aller Zuneigung zur Diplomatie, die zwei Damen sollten zu jeder existenten Gottheit beten, seine Wege in den nächsten Wochen nicht zu kreuzen.
Und gut einen Kilometer entfernt nieste eine blaue Katze.

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